Rhône – eine Renaissance 

Das Weinbaugebiet Rhône steht oft hinter anderen französischen Weinregionen wie Bordeaux oder Burgund zurück, verdient aber zweifellos etwas mehr Aufmerksamkeit.

Der Fluss Rhône durchfließt den Genfer See in der Schweiz, bevor er Frankreich erreicht, und bahnt sich dann seinen Weg zwischen Zentralmassiv und Alpen. Die Rebflächen der Côtes du Rhône (wörtlich Küsten der Rhône) erstrecken sich über fast 200 Kilometer. Rein quantitativ ist dies nach Bordeaux das zweitgrößte Weinbaugebiet in Frankreich. Das Rhônetal reicht von Vienne südlich von Lyon bis hinunter nach Avignon und ist in einen nördlichen und einen südlichen Teil unterteilt.

Im nördlichen Rhônetal werden hauptsächlich kräftige vollmundige Rotweine aus der Syrah-Traube (oft gemischt mit weißen Rebsorten) hergestellt. Die bekanntesten Appellationen sind Côte Rôtie und Hermitage. Daneben wird im Gebiet um Condrieu aus der Viognier-Traube ein hervorragender milder und trockener Weißwein in kleinen Mengen produziert. Im Übrigen verwendet man für Weißweine auch die Rebsorten Roussanne und Marsanne. 

Obwohl im südlichen Rhônetal vor allem Rotwein produziert wird, gehören hier Weiß-, Schaum- und Roséweine ebenfalls zum Angebot. Die am häufigsten kultivierte Rebsorte ist Grenache. Sie wird meist mit mehreren anderen Trauben gemischt. So darf zum Beispiel der Châteauneuf-du-Pape, der edelste Rotwein aus dem südlichen Rhônetal, dreizehn verschiedene Rebsorten – sowohl rote als auch weiße – enthalten.

Im nördlichen und südlichen Rhônetal herrschen ziemlich unterschiedliche klimatische Verhältnisse. Im Norden bringt das kontinentale Klima milde, aber feuchte Winter und warme Sommer mit sich. Der Mistral spielt eine wichtige Rolle, denn er weht relativ konstant aus nördlicher Richtung. Der südliche Teil des Rhônetals ist von einem mediterranen Klima mit sehr milden Wintern und heißen Sommern geprägt. Auch hier hat der Mistral einen großen Einfluss. Heftige Stürme sind typisch für diese Gegend.

 

Granit und Schiefer dominieren den Boden im nördlichen Rhônetal. Wegen der steilen Hänge ist die Erosion hier eine ständige Gefahr. Im Süden variiert die Bodentypizität stark, mit einem felsigen und mageren Boden weiter oben und meist lehmigen Böden in den Ebenen.

Das Anbaugebiet des Châteauneuf-du-Pape ist von einem speziellen Boden geprägt. Er ist mit großen Kieselsteinen bedeckt, die die Wärme des Tages speichern und sie bei Nacht wieder abgeben. Dies führt zu überreifen Trauben mit einem hohen Zucker- und Extraktgehalt – eines der Geheimnisse der Weine aus diesem Gebiet.

Zwar ist im südlichen Rhônetal die rote Grenache-Traube vorherrschend, es gibt allerdings noch viele andere rote Rebsorten wie Syrah, Mourvèdre, Cinsault und Carignan sowie auch weiße Sorten, darunter Roussane, Picpoul, Clairette, Bourboulenc und Muscat à Petits Grains.

Die Weine werden in der Regel aus extrem reifen, fast überreifen Trauben hergestellt und zeichnen sich deshalb durch eine hohe Komplexität und einen vollen, runden Geschmack aus. Die besten Rotweine haben satte Noten von reifen Früchten und einen hohen Alkoholgehalt. Bei den Weißweinen scheint allerdings gerade dies manchmal etwas problematisch, da sie durch die reifen Trauben leicht zur Oxidation neigen. Dennoch sollte man sich die Zeit nehmen, die Rhône-Regionen mit ihrer einzigartigen Vielfalt an Rebsorten, Weinarten und Stilen zu entdecken.

Übernachtungsempfehlungen:




1. Domaine Saint-Luc


Mit seiner Lage eine Autostunde nördlich von Avignon ist dieses charmante Anwesen der perfekte Ausgangspunkt, um das Rhônetal auf verschiedene Arten zu erleben: mit den Augen eines Trüffeljägers oder eines Winzers, per Fahrrad, hoch zu Ross oder bei einem Spaziergang durch die Lavendelfelder.

Le Gas du Rossignol, 26790 La Baume-de-Transit


2. Chateau de Rochegude


Die ehemalige Sommerresidenz des Marquis de Rochegude ist heute Mitglied von Relais & Chateaux und garantiert einen besonders stilvollen Aufenthalt. Der Blick auf die Weingüter der Côtes du Rhône und des Mont Ventoux ist atemberaubend. Eine Festung mit modernstem Standard und diskret elegantem Interieur. 


Place du Château, 26790 Rochegude



3. Chateau de Tanay


Sie möchten ein paar Tage in der Beaujolais-Region verbringen? In einem Schloss mit eigenem Park und einem klassischen Landschaftsgarten? Dann ist das Tanay die perfekte Wahl, nur 30 Minuten vom Shopping- und Kulturangebot der Stadt Lyon entfernt. Nach langen Spaziergängen können Sie sich am Kamin bei Klaviermusik wunderbar entspannen. 


Chemin de Tanay, 01600 Saint-Didier-de-Formans

Restaurantempfehlungen:




1. L’Orangerie


Das L’Orangerie im 4-Sterne-Hotel Château de Candie sticht aus dem Restaurantangebot der Region heraus. Ein Besuch des Schlosses, 15 Minuten von Chambéry entfernt, ist wie eine Reise in längst vergangene Zeiten. Die spektakuläre Bergkulisse dient als Hintergrund für ein elegantes und klassisches französisches Menü. 


533 rue du Bois de Candice, 73000 Chambéry


2. Anne-Sophie Pic


Anne-Sophie Pics intimes, heimeliges Restaurant in Valence umgibt Sie wie ein schützender Kokon. Ein großer Kristallleuchter unterteilt den Raum in drei separate lichtdurchflutete Bereiche, die durch die großen Fenster einen schönen Blick in den Garten gewähren. Ann-Sophie Pic schafft mit Aromen und Texturen einzigartige kulinarische Erlebnisse, die ihre drei Sterne im Guide Michelin wert sind. 


285 Avenue Victor Hugo, 26000 Valence




3. Hôtel de La Mirande
Im

La Mirande im Herzen von Avignon wirkt Küchenchef Florent Pietravalle, früher rechte Hand von Pierre Gagnaire, einem der internationalen Stars der modernen französischen Küche. Die erwartungsgemäß ausgezeichnete Weinkarte legt einen Schwerpunkt auf biodynamische Weine. Wenn das Wetter es zulässt, kann man auch im Garten speisen.

4 Place de l'Amirande, 84000 Avignon

Das Papstpalast in Avignon

Im 14. Jahrhundert lag der Sitz des Papstes einige Zeit lang in Avignon. Als das Oberhaupt der Katholischen Kirche und sein Gefolge 1377 schließlich wieder nach Rom zogen, blieb der auch als Universität genutzte Palast in Avignon ein Hauptsitz der Kirche. Heute ist das 11.000 m² große Bauwerk, eines der größten erhaltenen mittelalterlichen Gebäude Europas, ein interessantes Museum.